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Gespräche und Filme, Kataloge, Texte über die Arbeit und Presse.
Ausstellungsfilm · Köppe Contemporary, Berlin · 2025
PURE ROMYRundgang durch die Ausstellung
Die Soloausstellung PURE ROMY in den Räumen von Köppe Contemporary, Berlin-Grunewald, Mai bis August 2025. Kuratiert von André Lindhorst.

Artist Talk · Köppe Contemporary, Berlin · 16. August 2025 · 46 Minuten
Maria Wirth im Gespräch mit ROMY
Anlässlich der Ausstellung PURE ROMY sprach Maria Wirth, Kuratorin und Galeristin von feinart berlin, mit ROMY: über altmeisterliche Ölmalerei und Lasur, über Gesichter, die keine Porträts sind, über Federn als Motiv, über Augmented Reality und über die Arbeit mit KI beim Skizzieren. Mit Fragen aus dem Publikum. Auf Deutsch, mit englischen Untertiteln.
Kapitel anzeigenKapitel ausblenden13 Stationen · 0:00 bis 42:56
- Begrüßung und der Titel „PURE ROMY“
- Vom Porträt zur Szene: der Raum um die Figuren
- „Ist das Tilda Swinton?“ Modelle und Vorlagen
- Keine Porträts: Allegorie, Selbstbildnis, ein Leben in Bildern
- Altmeisterliche Ölmalerei, autodidaktisch erlernt
- Wie ein Bild entsteht: Grund, Grisaille, Lasur
- Warum der aufwendige Weg?
- Federn, Kokon, kollektives Gedächtnis
- Augmented Reality: die Geschichte weitererzählen
- KI in der Kunst: Prozess, Einschätzung, 130 Maschinen
- Ausblick: Klang im Ausstellungsraum
- Schlussworte
- Fragen aus dem Publikum: Neo Rauch, Traum und Wirklichkeit
Werke im Gespräch: Aurorae · Aufbruch · Feminautin · Übergangszone · Eva & Eva · Sturmhorchende · Manopause · Kokon · Traumnest · Wellenreiter
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Katalog · Köppe Contemporary, Berlin 2025
PURE ROMY
52 Seiten mit den Werken der Ausstellung, mit Texten von Prof. Alberto D’Atanasio und André Lindhorst. Zum Blättern im Browser oder als PDF.
Im Katalog blätternPDF laden · 5,7 MB
Weitere Filme
Aus früheren Ausstellungen und Gesprächen. Neue Filme aus dem Atelier erscheinen laufend auf Instagram: @kunstromy
Ausstellungsfilm · 2019
ROMY – BEYOND NOW
Soloausstellung, Köppe Contemporary, Berlin
Artist Talk · 8. Juli 2025
Annette Schneider (ART BREAKERS) im Gespräch mit ROMY
Köppe Contemporary, Berlin
Texte über die Arbeit
Drei Texte, die ROMYs Malerei von außen beschreiben.
Das Gesicht der Seele
Prof. Alberto D’Atanasio
Docente R.O. di Storia dell’Arte e Semiologia dei Linguaggi non Verbali
Katalog PURE ROMY, 2025
Lesezeit 3 Minuten
„Romy ist ein Tor ins Anderswo.“
Zwei Begriffe sind wesentlich, um diese Künstlerin zu verstehen: Offenbarung und Enthüllung. Der erste gehört dem Objekt, das sich dem Betrachter zeigt, der zweite dem Blick des Schauenden auf das, was gesehen wird. So möchte ich das künstlerische Schaffen von Romy Campe einleiten.
In ihren Gemälden offenbart und enthüllt sie Figuren, die sich durch eine feine, sensible Suche nach Linie, Zeichnung und Farbton ausdrücken. Sie wählt ihre Sujets nicht zufällig, und sie malt nicht aus dem Moment heraus – jedes Werk ist eine inspirierte Komposition. In ihrer künstlerischen Forschung verschmelzen Meditation und Kontemplation: Sie meditiert beim Komponieren des Werks, beim Wählen und Platzieren der Figur im Bildraum; sie kontempliert, wenn das Werk sie anschaut, wenn es das Dargestellte mit einem Licht durchstrahlt, das nicht von dieser Welt ist.
Sie erschafft jenes Licht, das Leonardo da Vinci, Mantegna oder Caravaggio prägte. Dieses von ihr erfundene Licht ist wahre Offenbarung – es ist das Kennzeichen ihrer Kunst, das Wesen ihres Seins als Frau, Mädchen und immer noch staunendes Kind.
Diese Künstlerin ist wie eine Schamanin – sie hat sich über die Zeit eine Freiheit erarbeitet, die nur jemand kennt, der das Unendliche und das Transzendente zu spüren vermag. Romy ist ein Tor ins Anderswo.
Sie malt wie im Ritus, als feierliche Handlung. Ihre Figuren erscheinen wie aus Licht modelliert, als wäre Materie bloß Hülle für etwas Transzendentes. Wie eine Künstlerin der Renaissance widmet sie jedem Detail größte Aufmerksamkeit. Nichts ist beiläufig, nichts ist bloß ein kreativer Einfall – alles ist Erzählung. Und in dieser Erzählung wird der Wind sichtbar, den ihre Malerei spürbar macht.
Ihre Bildwelt ist durchzogen von Symbolen und Figuren, die sich bewegen, obwohl sie stillstehen. In manchen Gemälden, mit einer Technik des „Wegnehmens“, erschafft sie ein monochromes Flirren – als hätte sie das Dargestellte durch Magie zum Stillstand gebracht, um es in seiner Anmut einzufangen. Der Betrachtende steht einem Moment gegenüber, der eingefangen wurde, um als Bild zur Erinnerung zu werden…
In den „Roms“, ihren hybriden Bildkörpern, erschafft sie Malerei-Collagen mit anthropomorpher Präsenz, die an den Hyperrealismus eines Salvador Dalí erinnern. Es ist, als würden Archetypen aus dem kollektiven Gedächtnis zu neuen Symbolen – sie schauen uns an und lassen sich anschauen.
Ihre Tonalitäten formen Ebenen, die Raum andeuten, ihn ordnen – wie in den Reliefs Donatellos, wo selbst die tiefste Fläche noch Gravur ist. So entsteht ein Kontinuum zwischen dem realen Raum des Betrachtenden und dem imaginären Raum des Bildes.
Für sie ist die Leinwand auch ein Symbol göttlicher Schöpfung: ein Ort, an dem mit dem „Ruach“ – dem Hauch – eine Gestalt zur Person wird, engelhaft, dem Schöpfer gleich. Davon ist sie zutiefst überzeugt. Wie Vincent van Gogh besitzt sie ein leidenschaftliches Temperament, kann sich tief berühren lassen und staunt wie ein ewiges Kind. Auch sie liebt Porträts – mit einer Zärtlichkeit, die an Märchen grenzt.
In jeder ihrer Figuren wird Natur zur Schwelle: Ihre Gestalten zeigen ihre Zugehörigkeit zum Schöpfer. Darum ist sie eine magische Frau. Eine Schamanin. Und manchmal malt sie barfuß – wie die Zauberinnen in John William Waterhouses Gemälde The Magic Circle von 1886.
Romy Campe besitzt eine akribische, meisterhafte Technik. Ihre Werke entstehen durch genaue Anordnung von Körpern im Raum, in Beziehung zu Farbe und Licht. Bei ihr erzeugt die Bildkomposition selbst das kontemplative Erlebnis. Das Licht wird zur geheimnisvollen Atmosphäre, die sich dem Betrachtenden öffnet.
Die Blicke ihrer Figuren tragen etwas Besonderes: eine Zeitlosigkeit, die seelische Bewegungen evoziert. Ihre Figuren sind nicht starr, sondern in einer anderen, parallelen Ebene verankert – gleich und doch anders als die des Betrachters. Sie erscheinen als Epiphanien einer erfassten und durchdachten Wahrheit.
Es ist beeindruckend, ihr beim Malen zuzusehen – es wirkt wie Tanz, wie ein Ritual. In ihrer Kunst lebt eine kathartische Kraft. Was Romy sucht, ist jenes alte Staunen, das sich im Akt der Mimesis zeigt: Materie und Natur sind dem Wandel unterworfen – aber die Kunst hält sie an, macht sie ewig, unsterblich, unendlich.
Romy Campe malt keine rätselhaften Figuren ohne Dialog – sie enthüllt das Mysterium der Materie, die den Funken der Unendlichkeit in sich trägt. Sie will genau das sichtbar machen, erfahrbar machen. Sie gibt dem Unendlichen eine Form – und der Seele ein Gesicht.
Pure Romy
André Lindhorst, Kurator der Ausstellung
Katalog PURE ROMY, 2025
Lesezeit 2 Minuten
„Im Fokus steht der Mensch. Die Künstlerin umkreist Themen wie Figuration und Körperlichkeit.“
Die Berliner Malerin, Zeichnerin und Objektkünstlerin Romy Campe ist in Kunstkreisen unter dem Namen ROMY bekannt. Innerhalb der figurativen Kunst, speziell der Bildgattung des Porträts bzw. des Menschenbildes nimmt die Künstlerin eine eigenständige Position ein. ROMY’s Kunst, die von der klassischen Schichtenmalerei der großen Meister der Porträtkunst – wie Rembrandt, Vermeer, Frans Hals oder Caravaggio – inspiriert ist und die in Ölmalerei mit bis zu vierzig Lasurschichten entsteht, vermitteln eine altmeisterliche Aura.
Im Fokus steht der Mensch. Die Künstlerin umkreist Themen wie Figuration und Körperlichkeit. In ihrer aktuellen Ausstellung „PURE ROMY“ sind Porträts von Frauen, Männern und Kindern (zumeist in Einzelporträts) zu sehen – manchmal nahbar, sinnlich und verführerisch, doch auch androgyn, doppeldeutig und geheimnisvoll chiffriert.
Die Schau dokumentiert, dass ROMY ihre Kunst auch über Mal-Experimente und durch die Auseinandersetzung mit der digitalen Technik in den vergangenen Jahren weiter gefasst hat. Oft kombiniert sie ihre Figurationen mit fantastischen, surrealen oder symbolistischen Elementen.
Ihre Figuren nehmen eine Fantasie-Identität und Plastizität an, so als wollten sie sich von der Leinwand lösen und in den Raum hineinwirken. Hybrid- und Fabelwesen bzw. Symbiosen und Transformationen sowie Metamorphosen sind in ihren Motiven omnipräsent. Sowohl in den Gemälden als auch in den Zeichnungen, Malerei-Collagen, Objekten und Installationen finden sich auch Motive, die der Welt der Mythen, Märchen oder dem Traum zu entstammen scheinen.
Zwischen Vertrautheit und Fremdheit vermitteln viele ihrer aktuellen Werke den Eindruck einer Zwischenzone, in der nicht mehr zwischen Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft zu unterscheiden ist. So treten Motive und skulpturale Werke auf, verbunden mit Symbolen, wie beispielsweise der Kokon oder das Nest, die das Thema des Zueinanders kommen oder auseinandergehen umkreisen.
Ein weiterer Aspekt in der Ausstellung sind die ROMS. Dabei handelt es sich um Malerei-Collagen, in denen durch digitale Bearbeitung Bewegung erzeugt wird, die sich via Tablet oder Smartphone dem Betrachter offenbart.
Bildgewordene Empathie
André Lindhorst, Kurator Köppe Contemporary, ehemaliger Direktor der Kunsthalle Osnabrück
Katalog BEYOND NOW, 2019
Lesezeit 3 Minuten
„Das Bildnis des Menschen ist mehr denn je fragwürdig und unberechenbar geworden.“
Die zentrale Rolle im Werk von Romy Campe spielt der Mensch. Die Bildnisse der Künstlerin spiegeln menschliche Wesensmerkmale wider – innere Zustände, Befindlichkeiten und Stimmungen. Das alles verweist – wenngleich die Motive auch Merkmale des Phantastischen und Surrealen aufweisen – auf die frühneuzeitliche Tradition des psychologischen Menschenbildes. So klingen vor manchen Motiven Assoziationen an Maltraditionen (Caravaggio, Frans Hals, Rembrandt) an.
Die Grisaille-Ölmaltechnik der Künstlerin steht ebenfalls im Zusammenhang mit altmeisterlichen Vorgehensweisen. Bis zu vierzig Lasurschichten legt sie im Malprozess übereinander. Dass ROMY in die altmeisterliche Ausdrucksform surreale und phantastische Dimensionen mischt, verleiht ihren Kompositionen jedoch eine besonders eigenwillige und individuelle Note.
Was sie malt sind Vorstellungswelten im Grenzbereich zwischen Wirklichkeit und Traum, wahrhaftem Abbild und skurriler Schöpfung. Ein spezifischer Ausdruck der Augen, sowie die Gebärden und Gesten der Menschen, die sie ins Bild setzt, deuten auf innere Verfasstheiten hin. Solche Motive spiegeln Lebensgefühle und Empfindungen wider – Sehnsüchte, Erwartungen, Hoffnungen oder Zuversicht, aber auch Angst, Wut oder Verzweiflung.
Oft ausgehend vom eigenen Selbstbild durchspielt die Künstlerin ihre Motive. Neben der Darstellung moderner, meist junger Frauen aus dem realen Alltag, bevölkern phantastische Figuren, Misch- oder Fabelwesen oder auch mythologische Geschöpfe ihr Œuvre. Symbiosen und Transformationen sind omnipräsent.
Ein dominanter Aspekt vieler Werke von ROMY ist der oft in gedämpften Farben gehaltene, zumeist tiefdunkle Hintergrund, vor dem ihre Figurationen agieren. Er ist verbunden mit dem Effekt des ‚Sfumato‘ (des Verschwommenen oder Unbestimmten). Dieses Stilisieren oder Ausblenden eines konkret fassbaren Raumes unterstreicht den Eindruck einer Imagination bzw. einer phantastischen Zwischenzone, in der nicht mehr zwischen Realität und Traum und auch nicht mehr zwischen heute, gestern oder morgen unterschieden werden kann.
„Meine Bilder zeigen Visionen der menschlichen Existenz und umfassen Bereiche der Vorstellungskraft, des Begehrens, des Träumens und des Entfliehens aus dem Jetzt“, erläuterte ROMY ihre Werke einmal in einem Interview. Trotz der traumhaften Zweideutigkeit, in die die Künstlerin viele ihrer Motive „einbettet“, wecken ihre Bilder durchaus auch Assoziationen an unsere moderne Gegenwart und an die mit ihr verbundenen verunsichern den Erfahrungen.
So sind Themen wie Melancholie oder auch die Suche nach einer eigenen Identität in den Motiven der Künstlerin ebenso präsent wie das Widerständische. Der Widder wird in ROMYs Bildern zur mythischen Symbolgestalt. Mit seinen gekrümmten Hörnern, seiner Kraft und seinem Mut steht er für das Durchsetzungsvermögen und für den Widerstand gegen alles, was ihn bedrängt.
Einen besonderen Stellenwert nehmen Collagen im Œuvre der Künstlerin ein. Zum einen handelt es sich um Arbeiten, in denen ROMY Malerei mit Fotografie kombiniert. Zum anderensind es Motive, die aus der Symbiose von Malerei und Fotografie sowie aus einem experimentellen Arbeitsprozess am Computer (beispielsweise auf der Grundlage fotografischer Selbstbildnisse der Künstlerin) hervorgehen. Die Ergebnisse eines solchen Arbeits prozesses bezeichnet ROMY als „Morphings“.
In diesen Morphings ist nicht nur dem Zufall breiter Raum gegeben, sondern hier geht die Künstlerin – beispielsweise mit der „Zerstörung“ ihres eigen (fotografischen) Selbstbildnisses – auch einen Schritt über sich selbst hinaus. In ihrer Hybridität wirken diese Bilder einerseits rätselhaft oder verstörend, andererseits irritieren sie aber auch die uns ständig umgebenden Motive schöner Posen in der Werbung oder in den Massenmedien, und entlarven diese als Manipulation und Täuschung.
Das Bildnis des Menschen ist mehr denn je fragwürdig und unberechenbar geworden. Dieses Motiv ist ein roter Faden, der sich durch das Werk der Künstlerin ROMY zieht. Denn das Märchenhaft-fantasievolle, das Groteske und Bizarre kontrastiert auf eine hintergründige Weise mit dem Zwielichtigen, Unergründlichen und Unheimlichen.
Presse
- 2019FeuilletonscoutRomy Campe mit erster Soloshow in Berlin: „BEYOND NOW“ bei Köppe ContemporaryLesen
- 2016FeuilletonscoutTipp: PAINT! Pure Energie von Romy CampeLesen
- 2011TAFTER Journal, ItalienKunstleben Berlin: Romy Campe e l’arte del successoPDF
- 2011Welt kompakt„Social Media wird immer wichtiger“. Die Bilder der Künstlerin Romy Campe bald auch in New York
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